Wien und die Beziehung zum Kaffee

Wien und die Beziehung zum Kaffee

Wien ist eine Berühmtheit! Nicht nur das Wiener Schnitzel oder der bekannte Apfelstrudel haben eine besondere Beziehung zu Wien. Es gibt da noch ein weiteres Kulturgut, das Wiens Einzigartigkeit unterstreicht: Die Beziehung der Wiener zum Kaffee.

Eigentlich verwunderlich, dass sich im deutschsprachigen Raum ausgerechnet die Kaffeehauskultur in Wien so durchgesetzt hat. Das erste Wiener Kaffeehaus wurde doch erst 1685 eröffnet. Zu einer Zeit also, zu der Deutschlands erstes Kaffeehaus schon über 10 Jahre bestand. Vielleicht liegt es daran, dass die Wiener ihre Kaffeekultur besser gepflegt haben, als wir. Oder aber daran, dass ihre Entstehung so spannend ist.

 

Die Legende der Wiener Kaffeekultur

Zwei Mal standen die Osmanen vor den Toren der Hauptstadt Österreichs, ein Mal 1529 und ein Mal 1683. Zwei Mal zogen sie unverrichteter Dinge wieder ab. Doch beim zweiten Mal, so die Legende, haben die Türken ein paar Säcke Kaffeebohnen vergessen – oder sie sich von den Österreichern klauen lassen. So oder so soll das der Überlieferung nach der erste Kontakt der Österreicher in Wien mit Kaffee gewesen sein. Und wenn man sich die weitere Entwicklung des Wiener Kaffeekultes so ansieht, muss es wohl Liebe auf den ersten Schluck gewesen sein.

Anders lässt sich kaum erklären, dass ein polnischer Übersetzer, der sich als kaiserlicher Dolmetscher für die Habsburger verdient gemacht hat, das erste Wiener Kaffeehaus am heutigen Stock-im-Eisen-Platz eröffnen durfte. Okay … es ist nun einmal eine Legende und deshalb auch nicht so wirklich wahr. Nicht nur den Urheber dieser Geschichte hat man mittlerweile aufgedeckt, auch die tatsächliche Entstehung der Kaffeehäuser in Wien ist belegt.

Wien und der Kaffee. Die Wiener Kaffeekultur. CafCaf.de – Kaffee & Blog, Kaffeeblog

Typisches Wiener Kaffeehaus


Wie es wirklich war

Kommen wir zu den Fakten, die aber nicht weniger spannend sind, als die Legende. Gründer des ersten Wiener Kaffeehauses war nämlich ein armenischer Spion. Das Recht zur Eröffnung des Kaffeehauses wurde ihm von Kaiser Leopold I. zugesprochen. Diesem hatte er in seiner Eigenschaft als Kurier und Handelsmann die Versorgung des Hofes mit Silber gesichert. Die war nämlich nach der Vertreibung der Juden durch den Kaiser ins Stocken geraten. Klassischer Schuss ins Knie. Aber einer, der den Wienern immerhin eine weltweit einzigartige Beziehung zum Kaffee beschert hat.

Zum Dank für seine Dienste erteilte der Kaiser Johannes Theodat nämlich das Privileg, ein Kaffeehaus in Wien zu eröffnen. Das tat er ganz genau am 17. Januar 1685 in der heutigen Rotenturmstraße. Weil die Macht der Gewohnheit aus einem Spion aber keinen ehrlichen Geschäftsmann werden lässt, musste Theodat Wien bald verlassen. Er floh nach Venedig und übergab Wiens erstes Kaffeehaus an vier Landsmänner. Erst ein Jahr später erhielten auch andere Günstlinge des kaiserlichen Throns das Ausschankrecht für Kaffee in Wien.

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